NEU: Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher in praxisintegrierter Form („PiA“)

Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) von Erzieher*innen erlaubt eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis durch parallele Ausbildung an den Lernorten Schule und sozialpädagogische Einrichtung. Gleichzeitig bietet die PiA die Möglichkeit, die Erzieher*innenausbildung attraktiver zu gestalten und so zusätzliche qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.

Zum kommenden Schuljahr werden wir am Berufskolleg Ernährung – Sozialwesen – Technik in der Fachschule Sozialpädagogik zusätzlich zur „traditionellen“ konsekutiven Form diese praxisintegrierte Form der Erzieher*innenausbildung anbieten.

Sie interessieren sich für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, möchten mit diesen in Kindertagesstätten, offenen Ganztagsschulen, Freizeiteinrichtungen oder Heimen arbeiten? Dann bietet die hier vorgestellte Ausbildung in praxisintegrierter Form dazu eine attraktive Möglichkeit mit aktuell guten Berufsaussichten.

 

Ziele und mögliche Abschlüsse

Die Fachschule für Sozialpädagogik bildet staatlich anerkannte Erzieher/innen für die selbstständige Tätigkeit in sozialpädagogischen Einrichtungen aus.

„Ziel der Ausbildung ist die Befähigung, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben zu übernehmen und in allen sozialpädagogischen Bereichen als Erzieherin und Erzieher selbstständig und eigenverantwortlich tätig zu sein“ (Kultusministerkonferenz 2002).

Mit dem erfolgreichen Abschluss ist die Berechtigung verbunden, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte*r Erzieher*in“ zu führen.

 

Aufnahmevoraussetzungen

Möglichkeiten für Bewerber*innen mit Fachoberschulreife (mittlerer Schulabschluss, Realschulabschluss)
Bewerber*innen mit oben genanntem Schulabschluss müssen vor dem Besuch der Fachschule für Sozialpädagogik zusätzlich einen der nachfolgend genannten Abschlüsse nachweisen:
  1. einschlägige Berufsausbildung (z. B. staatlich geprüfte/r  Kinderpfleger/in, Sozialhelfer/in, Heilerziehungshelfer/in, Sozialassistent/in)
    (in Geilenkirchen werden Kinderpfleger/in und Sozialassistent/in angeboten)
  2. Abschluss der Fachoberschule für Sozialpädagogik
    (auch im Ausbildungsangebot in Geilenkirchen)
  3. Abschluss der zweijährigen Berufsfachschule FHR (Sozial- und Gesundheitswesen)

 

Möglichkeiten für Bewerber*innen mit Fachoberschulreife (mittlerer Schulabschluss, Realschulabschluss)
und abgeschlossener Berufsausbildung im nicht sozialpädagogischen Bereich.
Bewerber*innen mit oben genannten Voraussetzungen können den Zugang zur Fachschule für Sozialpädagogik durch ein zusammenhängendes Praktikum von mindestens 900 Stunden in einer sozialpädagogischen Einrichtung erlangen.

 

Möglichkeiten für Bewerber*innen mit Allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife
Bewerber*innen mit oben genanntem Schulabschluss können die Fachschule für Sozialpädagogik unmittelbar besuchen, wenn einer der nachfolgend genannten Abschlüsse nachgewiesen wird:

  1. Abschluss der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen
    (diese Schulform wird in Geilenkirchen angeboten)
  2. Abschluss der zweijährigen Berufsfachschule FHR (Sozial- und Gesundheitswesen)

Bewerber*innen, die diese nicht nachweisen können, haben die Möglichkeit des Zugangs durch ein mindestens 900 Stunden umfassendes zusammenhängendes Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung.

Alternativ findet ebenso der Nachweis eines „Freiwilligen sozialen Jahres“ oder eines einschlägigen (d. h. im sozialpädagogischen Bereich) „Bundesfreiwilligendienstes“ Anerkennung, beide mit mindestens oben genannter Stundenzahl.

 

Möglichkeiten für Bewerber*innen mit einem Abgangszeugnis aus der gymnasialen Oberstufe
Bewerber*innen mit oben genanntem Schulabschluss können die Fachschule für Sozialpädagogik nicht unmittelbar besuchen.

                                                            Erster Schritt

Mit dem Abgangszeugnis wird in der Regel der Nachweis des „schulischen“ Teils der Fachhochschulreife bescheinigt.

Ein Zusatz weist darauf hin, in welchem Umfang noch Praktika abzuleisten sind, z. B. 6 oder 12 Monate.

Diese Praktika müssen zunächst absolviert werden, um die Fachhochschulreife zu erlangen.

                                                        Zweiter Schritt

Anschließend müssen die Bewerber*innen noch die geforderten mindestens 900 Stunden eines zusammenhängenden Praktikums in einer sozialpädagogischen Einrichtung ableisten.

(Diese Vorgehensweise ist durch die Bezirksregierung Köln bestätigt!)

 

Zusätzliche Aufnahmevoraussetzungen

Für diese Ausbildungsform benötigen Sie einen Praktikums- bzw. Ausbildungsvertrag mit dreijähriger Trägerbindung  in einer anerkannten sozialpädagogischen Einrichtung.
Weiterhin muss der Träger der Einrichtung unseren Kooperationsvertrag und die Rahmenvereinbarung akzeptieren.
Um Ihre Bewerbung berücksichtigen zu können, benötigen wir den Vertrag spätestens bis zum 29. Mai 2020.

Bitte beachten Sie:
Der Vertrag muss zum 1. August 2020 beginnen – auch wenn der schulische Teil der Ausbildung erst am 12. August 2020 startet.

 

Der Weg in die Praxisintegrierte Erzieher*innenausbildung (PiA)

1.     Schritt

Überprüfen der Zugangsvoraussetzungen

– Überblick über die Bedingungen s.o.

-> wird vom Berufskolleg überprüft, auf Wunsch des Trägers wird eine entsprechende Bescheinigung erstellt

2.     Schritt

Abschluss eines 3-jährigen Ausbildungsvertrages mit einem Träger aus dem sozialpädagogischen Bereich

– mögliche Ausbildungsstätten: Kindergärten, offene Ganztagsschule, Jugendhilfe, offene Kinder- und Jugendarbeit

-> vom Berufskolleg genehmigen lassen

3.     Schritt Anmeldung am Berufskolleg mit allen relevanten Unterlagen – über Schüler Online

 

Dauer und Organisationsform

Die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA) erfolgt über drei Jahre mit integriertem Berufspraktikum. Sie entspricht einer vollzeitschulischen Ausbildung; fachtheoretische und fachpraktische Ausbildungsanteile sind durchgehend integriert. Diese enge Verknüpfung von Theorie und Praxis bietet neue Chancen und Möglichkeiten, zukünftige Erzieher*innen hervorragend zu qualifizieren.

1. Ausbildungsjahr

2 Tage Praxis

2 Tage Unterricht an der Fachschule

6 Wochen Praktikum im 2. Handlungsfeld

2. Ausbildungsjahr

3 Tage Praxis

2 Tage Unterricht an der Fachschule

3. Ausbildungsjahr

3 Tage Praxis

2 Tage Unterricht an der Fachschule

Fachschulexamen (nach den Osterferien)

Kolloquium (4 Wochen vor Ausbildungsende)

 

(Unterrichts-)Inhalte

Fachrichtungsübergreifender Bereich

  • Deutsch/Kommunikation
  • Englisch
  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Naturwissenschaften

Fachrichtungsbezogener Lernbereich

LERNFELDER:

  • Berufliche Identität und professionelle Perspektiven weiter entwickeln
  • Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
  • Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
  • Sozialpädagogische Bidungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
  • Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen
  • Institution und Team entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren
  • Religionslehre/Religionspädagogik
  • Projektarbeit
  • Praxis in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Vertiefung in einem Bildungsbereich und in einem Arbeitsfeld / einer Zielgruppe

Differenzierungsbereich

Mathematik (nur für Fachhochschulreife) – kann aktuell bei uns nicht angeboten werden.

 

Ansprechpartner:

Monika Schumacher (Bereichsleiterin)

Marisa Blischke (PiA-Koordinatorin)